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| Slowenen können das Einkaufen in Kärnten nicht lassen |
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Villach (APA) - Die leerstehenden Verkaufslokale an der Loiblpass-Bundesstraße südlich von Klagenfurt zeugen immer noch von der goldenen Zeit des slowenischen Einkaufstourismus in Kärnten. "Damals haben wir unser ganzes Geld hinaufgetragen", erinnert sich der Pensionist Janez an die 1980er und 1990er Jahre, als der siechende Kommunismus einer Mangel-Marktwirtschaft in Slowenien Platz machte. Egal ob elektronische Geräte, Kaffee, Zucker oder Waschmittel: "Wir haben alles gekauft, was wir nicht gebraucht haben", lacht Janez. Nachdem die Shopping Center in Slowenien in den vergangenen Jahren wie Schwammerl aus dem Boden geschossen sind und praktisch alle bedeutenden Einzelhandelsketten den Sprung über die Karawanken gewagt haben, ist der Einkaufstourismus keine Alltagsnotwendigkeit mehr. Das spüren vor allem kleine Einzelhändler in Grenzorten wie Ferlach oder Bleiburg, wo man früher sehr gut von slowenischen Kunden lebte. "Gleich beim Eingang waren die Produkte aufgeschlichtet, die wir Slowenen immer kauften", erzählt der Pensionist aus Mezica (Mieß). Heute ist das vorbei, räumt auch der Bleiburger Bürgermeister Stefan Visotschnig ein. "Es ist schon weniger als früher." Richard Oswald macht derzeit eine ganz andere Erfahrung. Er ist Geschäftsführer des Villacher Einkaufszentrums "Atrio". An slowenischen Feiertagen kommen bis zu 30 Prozent seiner Kunden aus Slowenien, im Durchschnitt sind es acht Prozent - bei einer jährlichen Besucherzahl von 4,8 Millionen im mit 38.000 Quadratmetern Verkaufsfläche größten Kärntner Einkaufszentrum. Wirklich rational erklären kann Oswald den Erfolg seines Senza-Confini-Einkaufszentrums, das konsequent dreisprachig (Deutsch, Italienisch und Slowenisch) beschildert ist, nicht. "Wir wissen, dass es das, was wir hier verkaufen, auch jenseits der Grenze gibt", sagt er. Die Leute kämen wohl wegen der einzigartigen Atmosphäre des Einkaufszentrums mit seinem großen überdachten Platz. "Neue Kunden erkennt man immer daran, dass sie einmal ein paar Minuten auf der Galerie stehen bleiben und auf den Platz hinunterschauen", erzählt er. Dort gibt es ständig Ausstellungen und Veranstaltungen, wobei der grenzüberschreitende Aspekt immer mit von der Partie ist - ob bei der Vorstellung von kulinarischen Köstlichkeiten aus Kärnten, Italien und Slowenien oder einem Mini-Fußballturnier unter Beteiligung von Kindergartenkindern aus den beiden Nachbarländern. "Die Senza-Confini-Philosophie ist für uns nicht nur eine Hülse", versichert Oswald. Ob es wirklich an der Architektur und dem Veranstaltungskonzept liegt, dass so viele Slowenen ins "Atrio" kommen, bleibt dahingestellt. Gar so groß ist der Unterschied zu Laibacher Einkaufszentren wie dem "Mercator Center" - das übrigens auf Deutsch um Kunden wirbt - dann wieder nicht. Es wird wohl eher die Reiselust sein, die die südlichen Nachbarn beflügelt. Die Slowenen kommen, "weil es interessant ist jenseits der Grenze", bringt es Oswald auf den Punkt. Der "Erlebnisausflug" hat die Hamsterfahrt abgelöst. Entsprechend locker sitzen bei den slowenischen Kunden im "Atrio" die Brieftaschen. "Der Slowene lässt viel Geld da und fragt nicht nach dem Preis", kann der Center-Manager nur Gutes über die längst nicht mehr armen Nachbarn erzählen. Besonders gerne würden sie etwa hochwertige Produkte im Bekleidungs- oder Optikbereich einkaufen. "Wir sind sehr zufrieden mit unseren Kunden aus Slowenien", strahlt auch die Verkäuferin Astrid Reiz. Als kleines Dankeschön möchte sie bei dem von der "Atrio"-Leitung angebotenen Slowenisch-Kurs mitmachen. Zehn der 800 "Atrio"-Mitarbeiter haben das Angebot bereits angenommen. Obwohl viele slowenische Kunden Deutsch können, sei es ein Zeichen von Höflichkeit, dass zumindest ein Mitarbeiter mit Slowenisch-Kenntnissen immer im Dienst ist, betont Oswald. Selbst wenn eine Mitarbeiterin der "Atrio"-Leitung einspringen muss, um einer slowenischen Kundin, die eine Häkeldecke sucht, den Weg zum Wollgeschäft zu weisen. |